14 Tage Staande Mast Route und IJsselmeer

Mit dem Segler durch Friesland

Zugegeben! Unser Boot passt nicht wirklich zu unserem Vorhaben; wir wollten es dennoch versuchen: Einmal die "Staande Mast Route" fahren.

Unsere beiden Töchter waren gleich begeistert. Und so sollte es am 19. Juli 2011 mit unserer 12m langen und 1,90m tiefgehend Yacht losgehen.

1. Teil: Von Makkum bis Zoutkamp

1. Tag: Von Makkum nach Heeg

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Yachthaven Heeger Wal, Heeg

Kein Wind und Sonne satt!

War das ein Omen, eine Vorankündigung, was uns diesen Törn erwartete? Wir fuhren deshalb schon am ersten Tag unter Maschine zunächst Richtung Stavoren. Dort schleusten wir in den Johan-Friso-Kanal. Neben der Schleuse war eine Baustelle. Wird das nun doch was mit der Erweiterung der Schleuse? Ich würde es mir jedenfalls für alle die wünschen, die hier häufig durch müssen. Weiter ging es an Warns und Galamadammen vorbei und durch das Heeger Meer nach Heeg.

Die neuen Akquädukte sind doch ein Segen. Keiner muss mehr warten - weder die Autofahrer noch die Schiffe.

Wir machten im Passatenhaven "Heeger Wal" fest. Eigentlich ein schöner und empfehlenserter Hafen, dennoch fehlt etwas Flair. In den Ort ist es nicht weit und Heeg selbst versöhnt dafür...

 

 

2. Tag: Von Heeg nach Leeuwarden

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Klappbrücke in Leeuwarden

Nach kurzer Kanalfahrt fuhren wir links ab in den Prinses-Magriet-Kanal, der uns vorbei an Sneek und durch das Sneeker Meer bis nach Grou bringen soll. Eine problemlose Fahrt; gleicht doch der Prinses-Magriet-Kanal eher einer "Autobahn". Segeln ist zwar grundsätzlich möglich, aber wir haben aufgrund der Stärke (1 Bft) und dem regen Berufsschifffahrtsverkehr darauf verzichtet.

 

Direkt hinter Grou bogen wir in den kurzen Kanal "De Meer" ein um nach kurzer Zeit rechts in Richtung Wergea (Warga) abzubiegen. Eine idyllische Fahrt. Eine Brücke, die wir passierten hieß "Palma Brege". Wenn es nicht so bewölkt gewesen wäre... :-)

Dieser Kanal gehört zu den neuen Abschitten der Staande Mast Route, die seit 2009 in Betrieb sind. Alte Karten weisen hier noch eine Tiefe von 1,40m aus. Wir hatten aber mit unseren 1,90m keinerlei Probleme.

 

Vor Leeuwarden angekommen, überlegt wir uns, wo wir übernachten wollten. Es war 15:30 und damit sicher an der Zeit darüber nachzudenken. Schlußendlich machten wir dann um 19:00 Uhr im Zentrum von Leeuwarden (Stadtpark) fest. Die Brückendurchfahrten nehmen doch sehr viel Zeit in Anspruch - zumal von 16:00 Uhr bis 18.00 Pause war. Am längsten haben wir vor der "Spoorbrug" gewartet. Diese Eisenbahn macht wohl erst dann auf, wenn für mehrere "Stunden" kein Zug fährt... :-)

 

Der Liegeplatz in Leeuwarden direkt vor der Noorderbrug war zwar idyllisch und schön, umso mehr enttäuschten die Sanitärgebäude. Davon gibt es nur zwei und diese sind nur auf der rechten Seite (Richtung Dokkum geschaut) gelegen. Bezahlen wird hier mit der "Yachthaven-Betall-Kart", die man am Automaten ziehen und aufwerten kann. Glücklicherweise funktionierten unsere Karten aus Enkhuizen (Zufall oder Absicht???). Der Havenmeister kommt dennoch rum und kassiert direkt am Boot. Frech fanden wir für die Toilette 20 Cent zu berechnen. Das muss nicht sein!

Wenn man, so wie wir, direkt vor der Noorderbrug liegt, ist ein großer Supermarkt nicht weit. Man geht am Gymnasium vorbei durch den kleinen Park auf den Kreisel zu. Dahinter befindet sich in einem moderen Gebäude mit Parkgarage "Super De Boer".

Brückengeld durch Leeuwarden: 6,50€

3. Tag: Von Leeuwarden nach Zoutkamp

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Leeuwarden

Nieselregen, Regenschauer, kräftiger Wind. Das waren heute unsere ständigen Begleiter. Ein Wetter zum Abgewöhnen.

Dabei ist die Strecke via Burdaard (Brückengeld: 2,50€ und Achtung: Der dortige Sparmarkt ist geschlossen!) und Dokkum sehr schön. Auch hier wieder Brücken, Brücken und Brücken.

In Dokkum mussten wir aufgrund der Mittagspause von 12:00-13:00 Uhr wieder warten. Festmachen ist aber kein Problem. Macht wählt hierzu das Backbordufer. Obacht: Es kann dort ein stärkerer Strom stehen.

Auch hier gibt es eine gute Einkaufsmöglichkeit. Über die Brücke nach rechts findet man den Supermarkt "Jumbo".

Die Durchfahrt durch Dokkum ist wirklich schön; Brückengeld: 4,50€. (Noch schömer ist es sicher bei besserem Wetter)

Schon bald erreichten wir das Lauwers Meer (Sleng). Wir bogen an der Tonne DD2-S1 rechts ab und erreicht nach einer etwas langweiligeren Fahrt (immer noch starker Regen und kräftiger Wind) Zoutkamp. Hier machten wir im Yachthaven "Hunzegat" fest. Eine gute Wahl, wie wir später bei einem Stadtgang feststellten. Der Gemeindehaven war nämlich voll!

Der Yachthaven "Hunzegat" bietet alles, was man braucht. Vor allen: Nette Hafenbetreiber! (Brötchenservice - am Abend bis 20:00 Uhr bestellen!)

Wir hatten vorher telefonisch nachgefragt, ob für uns ein Platz frei wäre. Das wurde zugesagt und man erwartete uns bereits am Steg und half beim Festmachen. Bei mittlerweile starken Regen und sehr kräftigen Winden sicher keine Selbstverständlichkeit.

Zoutkamp selbst zählt nun sicher nicht zu den "urigen" Dörfern von Holland. Die notwendigen Besorgungen könnn aber gemacht werden (Sparmarkt, Bäcker, Metzger, etc.).

Eins ist erwähnenswert. Die örtliche Pizzeria "L' Ancora" (Sluisweg 8) serviert eine tolle Pizza! Können wir nur empfehlen!

4. Tag: Zoutkamp

In Zoutkamp haben wir einen Tag abgewettert. Regen, Regen, Regen! Dabei kräftiger Wind um 7 (in Böen um 8). Der Wetterbericht meldetet für Texel etc. 8-10 Bft. Kein Wetter für uns und unser Kinder schlossen sich unserem Vorhaben, einen Tag hier zu bleiben nur zu gerne an. Also packten wir "Carcasonne" und "Phase 10" aus und vertrieben uns den Tag...

2. Teil: Von Zoutkamp nach Lemmer

5. Tag: Von Zoutkamp nach Dokkum

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Dokkum im Dauerregen

Heute soll es wieder zurück gehen! Allerdings wollen wir in Dokkum festmachen. Das ist zwar nur ein kurzes Stück aber stand uns der Sinn bei diesem Sauwetter nicht nach mehr. Es regnet immer noch und der Wind wehte immr noch mit frischen 6 Bft.

In Dokkum haben wir rechterhand vor der Woudpoorbrug fetsgemacht. Ein Anleger ausschließlich für tiefgehende (> 1,50m) Yachten mit Strom. Endlich denkt mal jemand an uns... Auch hier war es voll, so dass wir in Päckchen gingen.

Unser Nachbar erzählte uns von dem "Badhaus Dokkum" (Badhuis Dookum, Keppelstraat 16 in unmittelbarer Nähe unseres Liegeplatzes), welches wir auch prompt ausprobierten, denn die Sanitärgebäude in Dokkum sind nicht witzig.

Eine Niederländerin bietet hier 4 Duschen mit "Fullservice" an. Für 2 € kann man 14 min. Duschen, Handtücher und Shampoo etc. wird gestellt. Vorher gibt es einen Kaffee und einen netten Plausch! Die Duschen wurden nach jedem Duschgang gereinigt!

Darüberhinaus kann man auch ein komplettes Badezimmer mit Badewanne (30min.) mieten, das Sonnenstudio nutzen oder die Wasserrette in Anspruch nehmen. Das taten wir und bekamen 2,5h später unsere Wäsche sauber gefaltet und z. T. gebügelt zurück. (7,50 € Waschen und Trocknen)

Dieses Duschhaus-Angebot kann ich nur empfehlen. Warum gibt es nicht mehr davon auch in anderen Orten?

 

Flyer des "Badhuis Dokkum" als PDF (240 kb)

6. Tag: Von Dokkum nach Leeuwarden

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Am Wegesrand

Wir starteten um 13 Uhr mit dem ersten "Brückenschlag" nach der Mittagspause und fuhren an Burdaard (Der Sparmarkt ist immer noch geschlossen und bleibt es auch! :-) ) vorbei nach Leeuwarden. Einen interessante Fahrt, kamen uns doch reichlich traditionelle Boot entgegen. Im Leeuwarden war ein Fest für diese antiken Schiffe. Das war schon ein Schauspiel. Doch hätte ich  mir etwas mehr Rücksichtnahme dieser werten Skipper gewünscht, denn manche meinten, ihnen gehört der Kanal alleine. Ich konnte ja nun mit meinen 190cm Tiefgang nicht dicht ans Ufer...

Vor Leeuwarden fing uns der Wärter an der ersten Brücke (Eebrug) um 15:40 ab und legte uns an den Anleger! Eigentlich ist die Durchfahrt bis 16:00 möglich, aber seine Heiligkeit hatte wohl einen dringenden Termin... Also warten, bis es 18:00 Uhr wird.

Weiter bis hinter die Noorderbrug und festmachen. Endlich.

Als Tipp bleibt festzuhalten, während des Anlegens beiderseits des Stadtparks auch einen Blick nach oben zu werfen. Die Bäume hängen doch z. T. stark über und man gerät leicht mit den Stagen und Mast in die Äste.

7. Tag: Von Leeuwarden nach Lemmer

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Ziemlich eng in Lemmer.

Ein langer Tag!

Durch Leeuwarden durch, vorbei an der Spoorbrug (wieder über 1/2 Stunde gewartet), an Warga vorbei bis Grou und dann in den Prinses Magriet Kanal bis Lemmer. Hier wählten wir die Fahrt durch Lemmer. Ein Schauspiel sondergleichens! Es war so eng, das man ein Bier von einer Seite zur anderen hätte reichen können. Und vor uns einer von diesen Charterskippern, die mit einer 12m-Motoryacht nicht wirklich umgehen können. Er traute sich nicht weiter zufahren, von hinten kamen 5 Segelyachten und von vorne auch mehrere Boote.

Mister Super-Skipper blokierte den Hafen und alles stand. Und nun? Wildes Gestikulieren auch von den Sehleuten beiderseits des Ufers, lautes Rufen, doch endlich weiterzufahren, bewegten ihn dann doch langsam Gas voraus zu geben. Und siehe da: Es geht doch...

(Ich bin doch für eine Führerscheinpflicht - zumindest ab 8m Länge)

Lemmer war voll belegt, an einen Liegeplatz war nicht zu denken. Also machten wir im Yachthaven "Friese Hoek" fest und gingen das kurze Stück zurück um in der Pizzeria/Steakhouse "La Gondola" eine leckere Pizza bzw. leckere Spareribs zu essen. Obwohl direkt an der "Touristenmeile" gelegen, können wir das Restaurant sehr empfehlen.

3. Teil: Von Lemmer zurück nach Makkum

8. Tag: Von Lemmer nach Urk

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Der Strand von Urk

Lange Zeit galt Urk bei und als "vermeidbarer" Hafen. Dort fuhr man nicht hin. Das machte man nicht. Denn vor ca. 15 Jahren, als ich das letzte Mal dort war, war dort definitiv nichts los und Fremde offensichtlich unerwünscht.

 

Da ich aber von verschiedenen Skippern mittlerweile durchaus Positives gehört habe, entschlossen wir uns, einmal dort hin zu fahren.

 

In Urk empfing uns der "Havendienst" im Motorboot und wir fragten, ob er einen Liegeplatz für uns hätte. Nachdem er die Kinder sah, legte er uns mit den Worten "da ist es gut" an die westliche Kaje. Er hatte Recht: Für die Kinder war es toll. Die brauchten nur kurz über den "Deich" und waren am Strand.

Allerdings waren die Wege in den Ort und damit zu Supermarkt und Co doch recht weit. Ein Dingi ist durchaus empfehlenswert.

 

Alles in allem hatten die anderen Skipper Recht. Urk hat sich gemausert! Zum Positiven!

9. Tag: Urk

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Nette Kneipen in Urk

Da das Wetter mittlerweile hervorragend war, beschlossen wir, in Urk wieder ein Tag anzuwettern. Allerdings diesmal am Strand und nicht im Salon.

Ein "kurzer" Stadtgang und die Einkäufe waren an Bord.

Die Kinder hatte ihren Spass, der Skipper an Bord seine Ruhe. Was will man mehr? :-)

 

...Fortsetzung folgt...

 

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Aktualisierung: 2011/08/26 - 16:26 / Redakteur: Christian Fette



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